satori

18 September 2008

Zeitgleichheitsvertunnelung

Da das Internet inzwischen den Anwälten gehört:

<Beitrag zurückgezogen>

Aber dafür eine Buchempfehlung, von einem Physiknobelpreisträger, der in dieser
Rechtegesellschaft das Ende der freien Gesellschaft sieht. Ich schliesse mich seiner Meinung an ;-)

Das Verbrechen der Vernunft: Betrug an der Wissensgesellschaft

11 Kommentare:

Blogger Spunkmeyer meinte...

Diese ganzen Zeitbegriffe existieren doch nur im Kopf.

Die Realität ist doch nur die Veränderung, die stattfindet.
Es gibt nur 'jetzt'.

Und es führt meiner Meinung nach kein Weg vom 'damals' zum 'jetzt'. Denn wären Zeitreisen möglich, würden wir dies bereits wissen.

18. September 2008 11:55  
Blogger Geronimo meinte...

Na ja, wenn es die Zeit gäbe, so wären wir zumindest alle Zeitreisende in eine Richtung.

Für Tiere wie den Menschen scheint das Zeitkonzept ja bisher zum Überleben recht nützlich gewesen zu sein, aber es ist eine andere Frage, was da jenseits unserer Überlebensfunktion dahinter steckt.

Veränderung benötigt übrigens Zeit ;-) und wenn es nur das Jetzt gibt, kann es natürlich keinen Weg vom Damals zum Jetzt geben.

Wenn die Zeit nur eine Illusion ist, was bleibt dann, wenn diese Illusion verschwindet?

18. September 2008 12:13  
Blogger Silvia meinte...

Auch wenn der Artikel selbst nicht (mehr) vorhanden ist, wird er kommentiert, man kann ja darüber lesen...;-):

Fragen zu den Spunkmeyerschen Aussagen:

Wenn es kein Vorher (und Nachher) gibt, fand dann unsere gesamte evolutionsgeschichtliche Entwicklung auch nur im Kopf statt? Was bedeutet dann „Entwicklung“? Entwicklung ist irreversibel und geht meines Erachtens Hand in Hand mit der Zeit.... Wieso bzw. wie altern wir?

Wir reihen ein Jetzt nach dem anderen aneinander und bezweifeln dennoch die Existenz der Zeit, weil wir sie begrifflich nicht festmachen können oder weil wir andere Theorien mit ihr nicht in Einklang bringen können? Befinden wir uns nicht alle auf dieser Zeitreise von einem Jetzt ins nächste Jetzt – oder wie man gewöhnlich sagt, von der Vergangenheit in die Gegenwart und hoffentlich auch in die Zukunft? Da es kein Zurück gibt (auch der „Weg zurück“ geht nach vorn), hat dieser Zeitfluss nur eine Richtung.

Das unmittelbare Erleben, die Wahrnehmung passiert im Jetzt – wann sonst – aber was genau ist das: das Jetzt? Wie lang ist es? Lässt das sich tatsächlich vernünftig eingrenzen? Um das Jetzt definieren zu können, bedient man sich doch wieder der Zeitbegriffe...

Kann man das Universum und seine möglichen Dimensionen überhaupt objektiv beschreiben? Da sich jeder Beobachter innerhalb der Welt befindet, er also Teil dieser Welt ist und diese in ständiger Entwicklung begriffen ist, wird er wahrscheinlich keine ewige und absolute Realität finden, das wäre nur einem Gott möglich (und der weiß schon alles, sofern es ihn gibt, und lacht sich ins Fäustchen...).

18. September 2008 20:44  
Blogger Spunkmeyer meinte...

Wieso benötigt Veränderung Zeit?
Wenn man sich als Beispiel deterministische Automaten ansieht, sieht man dort auch keine Zeiten. Der Folgezustand ergibt sich aus dem Ursprungszustand und den Begebenheiten.

Klar benötigen manche Dinge 'länger' als andere, aber man könnte genausogut die eine lange Veränderung in viele kurze unterteilen, ohne einen Zeitbegriff zu benötigen. Wenn man allerdings Veränderungen miteinander in Beziehung setzen möchte oder über Veränderungen reden möchte, benötigt man einen Maßstab.

Da kommt Zeit ins Spiel. Aber eben nur als Kommunikationshilfsmittel und Messinstrument und nicht als Gegenstand selbst.

Wenn die Zeitillusion verschwindet, bleibt nur das Jetzt und Hier. Der Augenblick. Was aber nicht bedeutet, das man nur noch vor sich hinlebt und nichts mehr Zeitbezügliches denkt, sondern das einem einfach bewusst ist, das man im Jetzt mithilfe von Erinnerung und Einprägung sein Schicksal der 'Zukunft' mitbestimmt.

18. September 2008 20:53  
Blogger Spunkmeyer meinte...

Schade, das der Artikel weg ist...

Sylvia hat ihre Fragen gestellt, als ich meine erste Antwort schrieb, daher nun meine Antworten als zweiter Kommentar:

Wenn es kein Vorher (und Nachher) gibt, fand dann unsere gesamte evolutionsgeschichtliche Entwicklung auch nur im Kopf statt?
Wer weiß? ;-)
Nein im Ernst: Ich sage ja nicht, das es die Evolution nicht gab. Ich sage nur, das sie nicht in einer 'Zeit vor unserer Zeit' stattfand, sondern einfach das wir immernoch in dieser Entwicklung stecken und immer stecken werden. Es gibt keine wirklichen Grenzen dieser Entwicklung.


Was bedeutet dann „Entwicklung“? Entwicklung ist irreversibel und geht meines Erachtens Hand in Hand mit der Zeit.... Wieso bzw. wie altern wir?
Entwicklung und das Altern sind doch Prozesse der Veränderung. Der Körper erneuert beispielsweise viele seiner Zellen im Laufe des Lebens. Und es sind beides Prozesse die irreversibel sind. Aber es ist ein Ablauf, der keine Zeit benötigt. Er passiert einfach.

Wir reihen ein Jetzt nach dem anderen aneinander und bezweifeln dennoch die Existenz der Zeit, weil wir sie begrifflich nicht festmachen können oder weil wir andere Theorien mit ihr nicht in Einklang bringen können?
In unserem Kopf existiert die Zeit und dort ist sie Sinnvoll. Aber in der Realität ist sie nicht existent. Ich versuche gar nicht, eine Theorie in Einklang zu bringen, sondern schreibe nur, wie ich es sehe.

Befinden wir uns nicht alle auf dieser Zeitreise von einem Jetzt ins nächste Jetzt – oder wie man gewöhnlich sagt, von der Vergangenheit in die Gegenwart und hoffentlich auch in die Zukunft?
So sagt man. Aber wenn man es von einem anderen Standpunkt aus betrachtet, ist alles nur eine Aneinanderreihung von Veränderungen.

Um das Jetzt definieren zu können, bedient man sich doch wieder der Zeitbegriffe...
Wie ich ja sagte, zur Kommunikation und für Messungen ist es nötig, beziehungsweise ist es eine Vereinfachung.

Kann man das Universum und seine möglichen Dimensionen überhaupt objektiv beschreiben?
Nein, kann man nicht. Was ich schreibe ist auch nur ein Versuch dem ganzen ein wenig Struktur zu geben (und wenn auch nur für mich selbst :-)).

18. September 2008 21:13  
Blogger Silvia meinte...

Danke für die Ausführungen. Gemeint ist also: Es gibt nur Entwicklung, Evolution, Fortschreiten, ein Nacheinander von Zuständen. Die Zeit wird als Maß unterlegt, weil sich der Mensch orientieren und gesellschaftlich integrieren muss. Und somit empfinden wir anhand der Entwicklung die Zeit. Und weil Entwicklung eine Richtung hat und nicht umkehrbar ist, können wir nicht in die Vergangenheit reisen..(wäre die Zeit unabhängig existent, könnten wir dies vielleicht?).

Zeit ohne Entwicklung gibt es demzufolge nicht. Braucht es ja auch nicht, denn Entwicklung passiert kontinuierlich... somit steht die (eingebildete) Zeit eben nicht still...

An Geronimo: Es BLEIBT dann wohl nichts...

19. September 2008 18:25  
Blogger Geronimo meinte...

Wahrscheinlich (da bin ich pessimistisch) werden wir das Rätsel der Zeit nicht lösen, aber manchmal ist es eben auch wichtig (vielleicht ist es auch "nur" wichtig) die richtigen Fragen zu stellen.

Einstein hat gerne zwischen Denkgewohnheiten und Denknotwendigkeiten unterschieden. Ist die Zeit also eine Denknotwendigkeit?

Ältere Kulturen (Maya) hatten ja mehr eine zyklische Zeitvorstellung (keine lineare, die nur in sich gebogen ist!), für andere Kulturen sind die zeitlosen Traumwelten die wirkliche Realität und in Träumen ist es noch immer rätselhaft, wie eine kurze zielgerichtete Katastrophe (zum Beispiel der Fall aus dem Bett) sich im Traum als lange, verschlungene Geschichte vorbereitet, wo doch alles nur in einem Bruchteil einer Sekunden stattfinden müsste.

Und für die Photonen gibt es einfach gar keine Zeit, sie verbrauchen sozusagen soviel Raumzeit als Raum, dass nichts mehr für die Zeit übrigbleibt. Für Photonen gibt es garantiert nur ein JETZT.

Feynman spekulierte einmal, dass es nur ein Elektron gäbe, dass einfach überall ist, was einige seltsame Quanteneffekte erklären würde.

Die transaktionale Interpretation der Quantenphysik, geht davon aus, dass permanent ein Austausch von "retardierten" und "advanced" Quantenwellen stattfinden, die einen in die Zukunft, die anderen in die Vergangenheit. Was rechnerisch elegant ist und genauso eine stimmige Interpretation wie die vorherrschende Kopenhagener Interpretation ist. Das Kollabieren der Wellenfunktion würde kein Mysterium mehr sein, sondern nur eine Wechselwirkung dieser beiden Wellen, die uns das JETZT definieren. Auch das würde die Zeit seltsam erscheinen lassen...

Wenn ich einkaufen gehe, und der Laden schliesst um 20:00 bin ich mir sicher, dass es die Zeit gibt. Aber fast alle Überlegungen deuten darauf hin, dass damit etwas nicht stimmt. Und das hält mich in dieser Sache wach ;-)

Man kann es (die Zweifel) eben leicht "wegdrücken", es mag manchen helfen, aber mir nicht ;-)

In der Loopquantengravitation wird die Raumzeit aus sogenannten Spinnetzwerken gebildet, aber um sich die Zeit auf diese Weise vorzustellen, tragen wir alle wohl noch zuviel tierische Altlasten mit uns herum.

Aber Weltmodelle ändern sich eben über Generationen...

Auch wenn analytisch der Zeit nur schwer beizukommen ist, subjektiv ist es sicher einfacher :-)

Es wäre interessant, müsste man die Welt ohne Zeitwörter beschreiben wie gestern, früher, später etc. (Das Zitat aus Käptn Blaubär sollte das verdeutlichen).
Wäre das möglich?
Wieso können Tiere existieren, die kein Zeitkonzept besitzen?

Es gibt noch immer Menschen, die am absoluten Zeitkonzept festhalten (sie akzeptieren nicht das Zwillingsparadoxon), dabei ist dies schon seit 100 Jahren überholt und ohne Berücksichtigung der relativen Zeit gäbe es keine GPS-Navigationsgeräte.
Und wenn die nächste Revolution im Weltmodell auftritt, wird wieder ein großer Anteil der Weltbevölkerung auf der Strecke bleiben ;-)

Irgendwie scheinen wir aber momentan mit unserer Descartschen Auffassung der Welt in eine Sackgasse geraten zu sein. Seit fast hundert Jahren geht es nicht weiter. Wahrscheinlich sind wir durch unsere Anatomie ein wenig eingeschränkt ;-)
Aber die Evolution ist ja noch nicht zuende :-)
Und einige unserer Bewustseinszustände scheinen wir noch immer nicht richtig zu würdigen ;-)

19. September 2008 23:30  
Blogger Spunkmeyer meinte...

@geronimo: Das ist interessant! Von welchen Bewusstseinszuständen sprichst du? Ich habe nämlich manchmal das Gefühl, das dort mehr ist...

Ich habe neulich eine Aussage gehört, die die Sache mit den Zeitreisen nochmal interessant macht:
"Die Milchstraße als Ganzes bewegt sich mit ungefähr 600 Kilometer pro Sekunde auf das Sternbild Löwe zu."

Wenn also eine Zeitreise von auch nur einer hundertstel Sekunde möglich ist, wäre die Zeitreise ohne Raumreise ein anderer Punkt im Raum, nämlich 6000 Meter weiter weg! Es sei denn, die Zeit unterliegt denselben Physikalischen Gesetzen, was sie, glaube ich, nicht tut.

@Sylvia: Du hast meine Auffassung verstanden. Und ich weiß nicht, ob es Zeit gibt, aber vielleicht könnte man in die Vergangenheit oder die Zukunft reisen, indem man sich die Momentaufnahme des 'Jetzt' genau ansieht. Denn aus dem Zustand 'Jetzt' lässt sich ja der Zustand unmittelbar davor und unmittelbar danach konstruieren. Wenn ein Baum brennt, wissen wir, das er sich irgendwann entzündet hat und das ein Rest von ihm als Kohle übrig bleibt. So werden, denke ich, die immer weiter entfernten Zeitpunkte immer schwammiger, da mehr unbekannte Faktoren hinzukommen.

Ich kann mich auch in Menschen hineinversetzen, die an gewissen Orten 'spüren' was dort passiert ist, denn wer weiß in welchen Dimensionen / Stoffen / Schwingungen / etc. unsere Aktionen spuren hinterlassen...
Wie ich oben schon schrieb, hab ich das Gefühl, das dort noch etwas ist. Aber wahrscheinlich werde ich dieses Gefühl immer haben ;-)

20. September 2008 01:16  
Blogger Geronimo meinte...

@spunkmeyer: Bewusstseinszustände gibt es viele. Wenn du kurz vor dem Einschlafen bist, nicht mehr wach, aber doch nicht schlafend, ist das ein interessanter Zustand. Träume. Meditationen im weitesten Sinne, d.h. Fokussierungen der Gedanken auf etwas oder nichts. Sie sind bei jedem da, nur werden vielleicht nicht richtig "erfahren"...

Raum ist, genauso wie die Zeit, nicht absolut. Es gibt keine Zeitpunkte oder Raumpunkte, sondern nur Zeitabschnitte und Distanzen. Das hat schon Leibniz, Newton und Mach beschäftigt. Machs Gedanken waren massgeblich für Einstein motivierend.
Stichwort: Mach und Eimerversuch.
Es gibt eigentlich ja nur Ereignispunkte in der Raumzeit. Wenn alles determiniert ist, wären alle Raumzeitpunkte schon da und wir hüpfen von Punkt zu Punkt ;-)
Natürlich müssten wir uns dann vom freien Willen verabschieden :-(
Andererseits sollte man berücksichtigen, dass alles mit allem im Universum verkoppelt ist.
Wenn ein angeregtes Atom in den Grundzustand fällt sendet es ein Photon aus, was von einem zweiten geeigneten Atom absorbiert werden und dieses anregen kann. Bisher dachte man, dass es immer die Lichtzeit bräuchte, da das Photon ja eine kleine Strecke zurücklegen muss. Neue Versuche haben ergeben, dass das zweite Atom gleichzeitig angeregt wird (instantan), da beide Atome eine gemeinsame Wellenfunktion besitzen, die "kollabiert" und sofort beide Atome verändert. Theoretisch kann man das immer weiter fassen.
Es gibt vielleicht keine isolierten Geschehnisse im Universum. In diesem Sinne sind wir alle ein Ganzes.
Einige Spekulationen über Quantenprozesse im Gehirn betrachten das Gehirn als eine Art Antenne für diese universale Wellenfunktion (die es geben muss!), die umso besser funktioniert, je mehr die störenden Sinneseindrücke abgeschottet werden. Da sind wir wieder bei den Bewusstseinszuständen. Da müsste viel mehr geforscht werden...

@spunkmeyer@sylvia: Mit den Zuständen unmittelbar davor oder unmittelbar dahinter meinst du die kausalen Lichtkegel. Auch wenn es noch so unmittelbar ist...es ist wannanders. Da fällt mir David Hume ein, der massiv angezweifelt hat, dass wir eine Berechtigung hätten, Kausalität zu unterstellen. Es passiert A, ein wenig später passiert B. Welche Grundlage haben wir, A als Ursache von B zu interpretieren. Es gibt keine Kopplung, die zu sehen ist. Es ist eine reine Vermutung, sie lässt sich logisch aber nicht begründen. Der Missing Link ist das kleine Zeitintervall, was eine unüberwindliche Schlucht für die Logik ist.

Ich glaube ich kann nachvollziehen, was du mit dem 'spüren' meinst. Oft wird es aber Wichtigtuerei sein. (Es gibt übrigens dazu ja Versuche mit Infraschall, der zu seltsamen Schauergefühlen und Gänsehaut führte). Wenn es extrasensorische Wahrnehmungen gibt, stelle ich sie mir bestenfalls wie wirre Träume vor, mit denen wir in der Regel überhaupt nichts anfangen können.
Vielleicht wird auch ein Teil unseres Bauchgefühls nicht nur von Chemie, Genen und Umwelt beeinflusst, sondern auch von diesem kollektiven Ganzen.

20. September 2008 02:43  
Blogger Silvia meinte...

Ich habe auch etwas Interessantes gelesen, an sich nichts Neues, aber die Zahl, sollte sie stimmen, verblüfft mich doch schon: „Die alltäglich bewusst wahrgenommen Eindrücke der von den menschlichen Sinnesorganen aufgenommenen Informationen haben zu den unbewusst verarbeiteten Daten ein Verhältnis in einer Größenordnung von etwa 1 : 10 000 000.“
Auch Traumzustände haben eine gewisse Realität, quasi eine virtuelle, Raum und Zeit darin werden im Gehirn konstruiert und passen tatsächlich nicht mit unserer „Uhr“-Zeit zusammen.

Dass Tiere die Zeit brauchen, würde ich in Frage stellen (aber ich bekomme wohl von keinem Tier eine Antwort). Tiere orientieren sich m. E. nach Gegebenheiten wir Sonnenauf- und Untergang, Kälte und Wärme, und ihren Trieben. Eine Schnecke z. B. verlässt ihr feuchtes Versteck zur Nahrungssuche, sobald die Gefahr, auszutrocknen, nicht mehr gegeben ist, das kann an trockenen Sommertagen um 21 Uhr sein, an regnerischen Herbsttagen um 12 Uhr. Ich glaube auch, dass Säuglinge noch keinen Zeitbegriff haben. Den erlernen sie wohl erst.

Dass unser Bewusstsein oder besser das Unterbewusstsein mehr kann, als wir bewusst wissen, davon bin ich überzeugt, Fred A. Wolff z. B. schließt anhand der Quantenphysik, nach welcher seiner Meinung nach auch unser Körper funktioniert, durchaus nicht aus, dass es Phänomene wie Selbstheilung gibt, er meint sogar, wir könnten, quasi als unserer eigener Beobachter, durch eine höhere Bewusstseinsform den Zeitpunkt des Todes hinausschieben...

20. September 2008 10:00  
Blogger Geronimo meinte...

Hier mal ein wenig Poesie aus George Steiner: Warum Denken traurig macht:

Je ungestümer der Druck des Denkens, desto widerstrebender die Sprache, in die es eingeschlossen ist. Die Sprache, so liesse sich sagen, steht dem monochromen Ideal der Wahrheit feindselig gegenüber. Sie ist mit Mehrdeutigkeit, vielstimmiger Gleichzeitigkeit gesättigt. Sie erfreut sich an phantastischen Schöpfungen, hoffnungs- oder zukunftsträchtigen Konstruktionen, für die es keinerlei Belege gibt. Vielleicht haben die Menschenaffen deshalb gezögert, sie zu entwickeln. Menschliche Wesen könnten ohne das, was Ibsen "Lebenslügen" nennt, nicht überdauern. Ein auf logische, bervorzugt nonverbale Aussagen oder auf beweisbare Tatsachen beschränktes Denken käme dem Wahnsinn gleich. Die menschliche Kreativität, die lebenspendende Fähigkeit, die Diktate des Organischen zu bestreiten, "Nein" zu sagen selbst zum Tod, hängen gänzlich ab vom Denken, von Vorstellungen, die mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmen. Wir erfinden alternative Seinsweisen, andere Welten - seien sie utopisch oder infernalisch. Wir erfinden die Vergangenheit und erträumen die Zukunft. Doch wie unentbehrlich, wie pracht- und kraftvoll diese Gedankenexperimente auch sein mögen, sie bleiben Fiktionen. Sie nähren Religionen und Ideologien, die libido ist bis zum Rand damit gefüllt (Shakespeares "Verrückte, Liebende und Dichter").

22. September 2008 11:27  

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