satori

29 August 2008

Ende der Welt

Am 10. September soll der LHC (Large Hadron Collider) in der Schweiz in Betrieb genommen werden. Gesucht wird u.a. das Higgs-Teilchen.
Skeptiker befürchten die Entstehung von schwarzen Löchern, die die gesamte Erde verschlingen könnten.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat nun eine Klage abgewiesen.

Ist das das Ende...?

Geronimos Kommentar:

Wir werden sehen...:-)

12 Kommentare:

Blogger Spunkmeyer meinte...

Kann man auch live sehen:


http://blog.spunkmeyer.de/pivot/entry.php?id=8

8. September 2008 21:19  
Blogger Geronimo meinte...

Danke für den Hinweis.

Um einzuschätzen, ob ein Risiko besteht, benötigen wir eine Theorie der Gravitation und der Quantenmechanik. Diese besitzen wir z.Z. aber leider nicht. Aus diesem Grund sind alle Beteuerungen der CERN Physiker nur Propaganda.
Ich halte das Risiko für relativ klein, nur sicher berechnen kann man es eben nicht.
Es ist und bleibt eine Glaubenssache.

Wenn es gut geht, wächst das Ansehen der CERN-Wissenschaftler und der Wissenschaft (leider unbegründet), wenn es schief geht, ist es sowieso egal :-)

Angst habe ich genauso wenig vor einer solchen Katastrophe wie vor dem Szenario, dass jemand die Zeit im gesamten Universum anhalten würde. Aus dem Spiel auszuscheiden (während die anderen weiterspielen dürfen!) ist eben etwas anderes als wenn das Spiel beendet wird.

Der Disput zwischen konservativen CERN-Wissenschaftlern und den Skeptikern ist aber wissenschaftstheoretisch sehr interessant. Es kann eben nur mit unbewiesenen Hypothesen argumentiert werden und leider wird es nicht deutlich und ehrlicherweise ausgesprochen.
Welcome BWL in Science :-(

11. September 2008 16:42  
Blogger Silvia meinte...

Der Beweis dieser Hypothese soll ja damit erbracht werden. Und es ist ja auch eine durchaus spannende Sache! Nur, ist dieses eine so vordringliche Aufgabe auf dieser Welt, dass man sich diesen Beweis (der auch negativ ausgehen kann), sechs Milliarden Franken kosten lässt, inkl. Risiko? Wer will sich da WAS beweisen? Ist das im allgemeinen Interesse?

Zitat: "Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. - Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist."
Douglas Adams

11. September 2008 19:11  
Blogger Geronimo meinte...

Das Beste, was die Physiker an Theorien haben ist das (supersymmetrische) Standardmodell (QFT) und damit kann man die Gravitation eben nicht verstehen. Es ist eben eine hintergrundabhängige Theorie. Provozierend gesagt: eine Flickschusterei ;-)
Wenn das Higgsteilchen gefunden wird, hat man ein Problem, denn dann wird diese Flickschusterei noch abgerundet. Wenn man es nicht entdeckt, heisst das wiederum garnichts, da es ja schwerer sein könnte.

Aber das Kostenargument bereitet mir Bauchschmerzen: Wir könnten uns um die armen Menschen kümmern, aber das wird eben nichts bringen, wenn der Mensch nicht "anders" wird. Vielleicht bringen solche universalen Forschungsprogramme den Menschen zu einem anderen Denken? Vielleicht hört er mal irgendwann auf, in den Kategorien von Reichtum, Ruhm und Status zu denken...und gibt ein wenig sein Ego auf. Vielleicht ist der eine Weg genauso gut wie der andere...wer weiss das schon.
Der Impuls kommt vielleicht nicht aus den Detektoren, sondern aus der gesellschaftlichen Wahrnehmung dieser Suche.

12. September 2008 00:11  
Blogger Silvia meinte...

Hehre Gedanken, hervorgerufen durch Bauchschmerzen...;-)
Die Sinnhaftigkeit von Forschung möchte ich keinesfalls in Frage gestellt haben! Ich als Laie bewundere die Fähigkeiten der Wissenschaftler und ihre Erkenntnisse.

Der Mensch IST ein anderer geworden als er einmal war. Aber ist er durch die Erkenntnisse, die er über Millionen Jahre seines Daseins bisher gewann, BESSER*) geworden? Von Wissenschaft und Forschung selbst hängt dies nicht ab, sondern davon, wie die gewonnenen Erkenntnisse verwendet werden. Das Ego des Menschen wird erfahrungsgemäß gerade im Wohlstand nicht aufgegeben werden, sondern zunehmen, wie auch immer die Erkenntnisse sein werden (und die Menschen im Nicht-Wohlstand werden die Erkenntnisse möglicherweise nicht wahrnehmen und bewerten können, sie haben andere Sorgen). Mir scheint, die Entwicklung des Menschen bzw. das Erlangen der Perfektion als ein natürlicher Wunsch des Menschen richtet sich immer mehr auf die Weiterentwicklung der DINGE, mit denen er sich umgibt und die ihn so langsam dirigieren, und erschöpft sich allzu schnell im bloßem Konsum, mit denen sich die innere Leere aber nur kurze Zeit kaschieren lässt.... Und je mehr Bequemlichkeit der technische Fortschritt bringt, desto bequemer scheint auch der Geist zu werden, so dass es keine großen Visionäre mehr zu geben scheint (oder will sie nur niemand hören?)

Ob RELIGIONEN es schaffen können, den Menschen vom Ego abzubringen (z. B. mittels der im Buddhismus angestrebten Einheitlichung, die durch die Aufgabe des persönlichen Ich-Bewusstseins erlangt werden kann), halte ich für fraglich, ist doch der Glaube an ein Leben nach dem Tode in fast allen anderen Religionen das stärkste Zugpferd, und dies ist wiederum egoistisch...

*) Geronimo könnte hier fragen: „..besser in Bezug auf was?“ Ich meine hier: in punkto Humanität, ethischen Wertvorstellungen, Umsetzung inbegriffen.

14. September 2008 20:59  
Blogger Spunkmeyer meinte...

Ich bin auch der Meinung, dass sich der Mensch ändern muss, sonst dreht sich das Hamsterrad immer weiter. Selbst wenn das Geld in gute Hilfsprojekte gesteckt worden wäre, würde es auf der Welt fast genausoviel Leid geben.

Nach meiner Meinung ist ein Umschwenken auf andere Werte notwendig, doch leider hat die Hochfinanz da ganz andere interessen.

Der Fernseher ist bei uns schon 5 Jahre aus, sowas hilft. Aber die meisten Menschen sind immernoch durch Konsum gesteuert und lassen sich sagen, was sie 'brauchen'.

Ich bin gespannt, was die CERN-Wissenschaftler im nächsten Monat herausfinden. Vielleicht ja eine Möglichkeit endlich sauber Energie zu gewinnen?

Die Schwerkraft scheint ja eine niemals versiegende Quelle von Energie zu sein...

18. September 2008 02:51  
Blogger Silvia meinte...

Alternative Möglichkeiten zur Energiegewinnung gibt es ja schon, die sich ausbauen und entwickeln ließen (z. B. Erdwärme). Aber solange das politische Interesse hinter den Interessen des Großkapitals steht, ist Profitmachen das Zugpferd. Mit immer knapper werden Ölressourcen lassen sich wunderbare Umsätze machen.
Würden entsprechende Forschungsergebnisse tatsächlich auch Berücksichtigung in der Praxis, in der Wirtschaft finden? Wenn - wann dann? Nachdem noch Dutzende Kriege wegen dem Rohstoff Öl geführt worden sind und das Ölfass tatsächlich leer ist?
Solange der Klimaschutz in der Rangfolge der Wichtigkeit NACH den Interessen des Kapitals kommt, wird sich auf absehbare Zeit nicht viel ändern... womit wir wieder beim Thema wären, dass der Mensch sich zuerst selbst ändern muss. Hier verweise ich dann mal auf Geronimos Titelthese....;-)

20. September 2008 16:10  
Blogger Geronimo meinte...

@silvia: Genau, impulsiv würde ich sofort zustimmen: Die Lösung des Energieproblems muss dezentral aussehen......und dachte dann, dass das ja bestimmt auch der natürlichere Weg ist. Allerdings habe ich dann an den menschlichen Organismus als Musterbeispiel einer natürlichen Konstruktion gedacht und festgestellt, dass wir unsere Energie seltsamerweise auch nicht völlig dezentral vorhalten. Es gibt die zentrale Lunge, wir atmen nicht durch unsere Hautporen. Wir suhlen uns nicht in unserer Nahrung und nehmen das Essen zentral über den Mund und den Magen auf. Das Herz als zentrale Einrichtung des Bluttransports wird nur geringfügig durch andere Mechanismen unterstützt (Kapillaren, Arterien/Venenpumpe).
Es haben sich interessanterweise einige Monopole im Körper gebildet (die Organe). Allerdings werden einige Stoffe dezentral konvertiert (ATP->ADP, Schweiss wird dezentral abgegeben und nicht gesammelt wie der Urin, usw.). Ab einer gewissen Grösse scheinen zentrale Einrichtungen zwar sinnvoll, aber man sollte wohl genaustens überlegen, welche Aufgaben man dezentralisieren kann. Wäre vielleicht gar nicht schlecht, wenn die grossen Konzeptmacher sich ein wenig mit dem Aufbau von höheren Organismen beschäftigen würden und wie die Techniker und Wissenschaftler von diesen lernen würden :-)

22. September 2008 12:14  
Blogger Silvia meinte...

Auf die Idee müssten die Konzeptmacher erstmal kommen (oder kommen wollen)! Dafür müssten sich aus Vertikal- und Normdenkern Um- und Querdenker entwickeln.
Letztere gibt es, Innovationen und Vorschläge dazu, nur eben nicht auf der Entscheidungsebene – dort werden diese leider irgendwie überhört...

Zum Wunderwerk Organismus: Die Haut ist auch ein Organ, das mit der größten Oberfläche. Und würde der Urin nicht gesammelt, hätten wir ein Problem ;-))) Das ist allerdings eher ein Bsp. für Klärwerk und zentrale Abfallentsorgung als für Energievorhaltung oder -gewinnung – um Letztere ging es ja hauptsächlich, es sei denn, wir können da irgendwas recyceln ;-)

Die Natur als Vorbild („Organic Computing") für die Technik ist ja mehr und mehr im Kommen, kleines Beispiel, schon etwas älter, TU Dresden, 2004:
http://www.g-o.de/wissen-aktuell-2132-2004-12-23.html

23. September 2008 20:32  
Blogger Spunkmeyer meinte...

@Silvia: Ein sehr interesanter Artikel. Dazu fällt mir spontan ein Gedanke aus einem Film ein (5 vor 12): Die Spinne stellt bei Zimmertemberatur und normalen Druckverhältnissen einen Stoff her, der härter ist als Stahl. Wir aber verschwenden massenhaft Energie und Rohstoffe, um Stahl herzustellen. Warum schauen wir nicht mehr bei der Natur ab?

Interessanterweise sind unglaublich viele Menschen unserer Meinung. Doch leider denkt fast jeder, das er als einzelner keinen Unterschied machen kann. Diesen Menschen muss erst noch bewusst werden, das jeder einzelne mit seinen banalen, alltäglichen Entscheidungen sehrwohl die Welt mitbestimmt.

Das Ende der Welt lässt jedenfalls noch auf sich warten, denn der Beschleuniger ist an einer Stelle kaputt.

Und noch eine Interessante Aussage: Wir müssen nicht die Umwelt retten. Die Umwelt wird uns locker überleben. Wir müssen uns selbst retten, denn wir sind zu Schädlingen der Natur geworden.

25. September 2008 14:46  
Blogger Silvia meinte...

An Spunkmeyer:
Guter Witz, ich habe spontan lachen müssen: soll der Beschleuniger das Ende der Welt beschleunigen ? ;-)))

Wir verschwenden leider viel Energie, um Dinge herzustellen, die eigentlich niemand braucht! Aber die Spinne hats halt gut, sie ist Spezialist auf ihrem Gebiet, sie verzettelt sich nicht mit Hunderten von unnützen Dingen...

Wir müssen uns vor uns selbst retten - vor wem oder was eigentlich sonst? (Geronimo könnte hier wiederum fragen: Warum? Aber – er hat ja noch nicht gefragt...)
Das ist wohl das Leben, es gibt eben nichts, was nur gut oder nur schlecht ist, die berühmte Frage nach „Segen oder Fluch“ kann man endlos stellen: Religionen, Genmanipulation, das Schweizer Bankgeheimnis, Kernenergie, Studiengebühren, künstliche Befruchtung, Emanzipation, Antibiotika, Förderalismus, offene Beziehungen, spekulative Theorien...usw. usw.

Ob die Umwelt uns überleben wird, sei mal dahingestellt, uns persönlich höchstwahrscheinlich. Die Frage ist ja, bietet sie dann noch Lebensbedingungen? Und ich persönlich sehe uns Menschen nicht unbedingt als das Non plus ultra auf dieser Welt, weshalb ich meine, alle anderen Lebensformen sind ebenso schützenswert, es gibt zwar so etwas wie Anpassung, es könnte aber eben auch mal alles kollabieren. Vielleicht sollten wir deshalb doch ein bißchen Schadensminimierung betreiben, wo es denn geht. Für Otto-Normalverbraucher: kein unnützes Zeug kaufen z. B.! Was unnütz ist, darüber mag jeder selbst urteilen..

25. September 2008 20:04  
Anonymous mad_k meinte...

Sorry Leute, ihr solltet mal öfter euren Verstand einschalten, als den aufmerksamkeitsheischenden Sensationsüberschriften der Presse zu glauben. Sehr euch einfach mal an, was für die Entstehung eines Schwarzen Lochs erforderlich ist: sehr sher viel Masse, die auf einen äußerst kleinen Punkt konzentriert ist. Wird das LHC erzeugt? Ich denke nicht!!! Soviel Energie bringen wir gar nicht her, um diese Masse erst mal einzufangen.
Naja, und wer fragt ob wir das alles brauchen, den muss ich fragen: Was von alldem, das in wir seit bestehen der Menschheit so geschaffen haben brauchen wir eigentlich wirklich?
6 Millionen Franken für dieses Experiment? ist doch nicht viel. Wenn ich mir überlege, wieviel Geld unsere hochbezahlten Manager in den letzten Jahren versenkt haben und wieviel leid sie damit bereits in der Bevölkerung geschafft haben und wieviel sie noch erschaffen werden. Und wenn ich mir überlege, wieviel Geld uns das Management nder HypoRealEstate nach seinem Abgang noch kosten wird, ohne dass uns das noch etwas bringt (außer vielleicht, dass sie nicht noch mehr Geld versenken und uns vera...... können), dann ist das LHC-Experiment doch wirklich günstig. Möglicgherweise springt ja auch tatsächlich was effektives für uns raus.

5. März 2009 12:14  

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