2005-09-19

Geschichte

Na prima!
Deutschland hat gewählt und hat nun eine Regierung, die es verdient.
D.h. Deutschland traut seinen Parteien nicht und will am liebsten keinen dieser macht- und geldgierigen Charakterruinen an die Macht lassen. Aber verhindern können wir das leider nicht und somit wird sich diese Macht schon jemand nehmen.

Da wäre es schon besser man wählte einen Tyrannen in seiner ursprünglichen Bedeutung (s. antik-griechischer Tyrann in einer Tyrannis). Da hätte man dann jemanden, den man notfalls verantwortlich machen könnte...

Gierig auf Plätze in der Geschichte vergessen die meisten Politiker, dass blosse Anwesenheit in einem Führungsamt kein Garant für eine dauerhafte Erwähnung in der Geschichte ist.
In der Geschichte werden vornehmlich Personen imlantiert, die sich durch Extreme ausgezeichnet haben, sowohl zum Guten als auch zum Bösen.

Will ein Politiker also mit gutem Gewissen seinen Platz in der Geschichte festigen, so sollte er gute und überraschende Taten für das Volk oder die Menschheit vollbringen.
So hatte Gorbatchow lediglich maximal 6 Jahre eine Führungsposition inne und hat sich seinen Platz dauerhaft in der Geschichte erkämpft. Dagegen wird Schröder mit seinen 7 Jahren Regierungszeit schon in wenigen Jahren in den Geschichtsbüchern nur noch aufgeführt sein, um die Kanzler-Chronologie ohne Lücke zu erhalten. Wer das Volk mit Hartz IV quält (bei Hartz setze ich mal keinen Link, da ich mich nicht entschliessen kann, ob der Link zu Volkswagen, zu einem Reiseunternehmen oder zu einem brasilianischen Bordell zeigen soll) und das Volk in Geiselhaft für die deutsche Wirtschaft nimmt kann nicht ernsthaft einen Platz in der Geschichte erwarten. Dabei ist die Richtung zwar auch legitim (und zwar zum Bösen), aber um Geschichtswirkung zu haben , sollte es schon mindestens von der Qualität eines Vlad DraculeasIII sein.

Auch die Enkelkinder von Herrn G.W. Bush jr. werden Ihren Enkelkindern aus den Geschichtsbüchern vielleicht nur noch das Handycap des meistens im Urlaub befindlichen Präsidenten vorlesen können. Zu den veranstalteten Kriegen wird dann vielleicht eine Fußnote führen, denn etwas so Besonderes sind Kriege nun auch wieder nicht (Weltkriege mal ausgenommen). Eine kleine Chance bleibt Bush vielleicht noch, um in die Geschichte einzugehen: Die veranstaltete Klimakatastrophe. Diese könnte aber auch dazu führen, dass die meisten Bibliotheken befeuchtet werden und somit sein großes Werk doch wieder buchstäblich in der Versenkung verschwindet.

Bis demnächst

2005-09-12

Demokratie

In den USA scheinen die physischen und politischen Aufräumarbeiten zu beginnen. Jetzt heisst es für die Politiker die richtigen Kameras und die richtigen Worte zu finden. Egal wie man handelt, Hauptsache, man kann sich anschliessend symphatisch verkaufen. Es wäre Aufgabe der Medien dies wieder ins rechte Licht zu rücken, aber seit den 11/9-Kriegen ist die freie Presse in den USA zusammengebrochen und zittert vor sich selber.

Aber immerhin hat man jetzt auf einigen Internetseiten die Strategie der USA gegen feindliche Gruppen und Staaten entdeckt. Da fällt einem nur ein: Kindern und Narren sollte man Messer und Streichhölzer wegnehmen...und man muss jetzt ergänzen: Atombomben ebenfalls!.
Vielleicht findet ja noch ein Wissenschaftler heraus, wie man mit Atombomben die Hurricanes bekämpfen kann, dann bekommen die Falken in den USA noch ihre Atomexplosionen und der Homo Sapiens kommt noch einmal davon. Fast sicher erscheint immerhin die Unmöglichkeit, die Ursache der Klimakatastrophen den Terroristen zuweisen zu können, aber warten wir mal ab...

Deutschland steht vor der Wahl.
Klingt gut, stimmt aber nicht.
In einer Demokratie wird gewählt, damit das Volk über die möglichen Wege in der Zukunft mitentscheiden kann.
In der alten DDR wurde auch gewählt, in Ägypten wurde vor kurzem gewählt. Irgendwie gewählt wird eigentlich überall. Haben wir daher überall Demokratien? Wohl eher nicht!
Wenn die Prozedur Wahl lediglich durchgeführt wird, um die formale Legitimation einer Regierung zu beweisen, nicht aber um dem Volk eine Auswahl unterschiedlicher Zukunftsalternativen zu ermöglichen, kann man wohl eher von einer mehr oder weniger verschleierten Diktatur ausgehen. Diese Diktatur muss per se nicht böse sein (man vergleiche z.B. Kuba mit den Diktaturen in den afrikanischen Ländern), aber sie ist eben auch keine Demokratie.
Also, in Deutschland wird gewählt und wenn man die Leute auf der Straße nach ihren Erwartungen fragt (oder Umfragen glaubt) bekommt man oft zur Antwort: "Es wird sich wohl nichts ändern, es wird wohl eher schlimmer. Aber wir haben ja keine andere Wahl."
So sagen es ja auch die Medien: Wahl ist eine demokratische Pflicht! (...soso!?)
Also müssen wir Deutsche zur Wahl und etwas wählen, was wir eigentlich gar nicht wollen...
(...und die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer, die Reichen werden klüger, die Armen werden dümmer, die Reichen werden gesünder, die Armen werden kränker, etc....)
Die sogenannten Leistungsträger , die ihre Familien mindestens bis in die 5. Generation finanziell abgesichert haben, werden erst, wenn auch das Heer der Bodyguards keinen Schutz mehr bietet, zu schätzen wissen, was sozialer Frieden wert ist.

Bis demnächst

2005-09-05

Zivilisation

New Orleans ist auch in der zweiten Woche eine Katastrophenlandschaft.
Woran liegt's?
Zum einen wurde auf lokaler Ebene (Bundesstaat) sicher nicht alles sauber durchgeplant; die (mandatory) Evakuierung wurde nur halbherzig durchgeführt und weitere Maßnahmen (Notunterkünfte, Versorgung, etc.) wurden nicht angedacht. Die amerikanische Philosophie der Eigenverantwortlichkeit passt leider nicht zu Katastrophen dieses Ausmaßes.

Zum anderen hat wohl Herr Bush seine Hilfen sowohl vor als auch nach der Katastrophe auf ein Minimum (oder sollte man sagen: negatives Maximum?) reduziert, wohl weil er in diesem Landstrich sowieso keine richtigen vollwertigen Amerikaner vermutet.
Wäre diese Katastrophe über Texas hereingebrochen, sähe die Lage jetzt wohl anders aus.

Nebenbei: was mich an den Amerikanern so verwundert, ist diese ehrfürchtige Akzeptanz eines Präsidenten, der seine Nation in den Krieg schickt (Bushs Worte: "Wir befinden uns im Krieg!")
und sich einen 5 - wöchigen Sommerurlaub genehmigt. So mancher Diktator scheint da fleissiger zu sein.

Auch ist an dieser Situation wieder einmal die dünne Haut der Zivilisation zu erkennen. Je ungerechter eine Gesellschaft aufgebaut ist, desto schneller bahnen sich Anarchie und Chaos wieder ihren Weg. Politik ist eigentlich zu wichtig, um es den kleingeistigen und machtgierigen Politikern oder Unternehmen zu überlassen. Wann werden die Massen dies bloß begreifen?

H.G. Wells war jemand, der dies schon vor hundert Jahren in seinen Werken thematisiert hat.
In all seinen Werken wie z.B. "Wenn der Schläfer erwacht", "Der Besuch", "Menschen, Göttern gleich", "Von kommenden Tagen" und sogar "Die Zeitmaschine" kämpft er verzweifelt gegen eine unerträgliche Borniertheit einer herrschenden Klasse, die Kraft ihrer Dummheit dafür sorgt, dass sich die Welt nicht weiter entwickeln kann oder gar die Welt in den Ruin treibt. Tröstlich, dass solche "Durchblicker" in allen Zeiten vorhanden waren und hoffentlich in zukünftigen Zeiten auch weiter vorhanden sein werden. Traurig, dass diese Visionäre keine große Anhängerschaft um sich sammeln können (von den Religionsführern Jesus, Mohammad, etc. mal abgesehen; nach ein paar hundert Jahren ging das ja auch immer schief). Dummerweise scheint das in der Natur der Sache zu liegen. Esther Villar hatte dazu mal ein provozierendes Buch publiziert: "Der betörende Glanz der Dummheit"; fantasievolle und mitfühlende Menschen können niemals Führer sein, dies ist ein Job für tumbe und selbstherrliche Machtmenschen.
Dumm nur, dass wir mit dieser genetisch verankerten Eigenschaft unsere Spezie nicht mehr lange erhalten werden können.

Zurück in die kleine Welt von Deutschland:
Gestern gab es im Fernsehen das TV-Duell unserer Kanzler Möchtegerns.
Nichts Interessantes.
Ärgerlich nur, dass dieses Ereignis von "weltbewegender Bedeutung" (so schien es jedenfalls den geladenen Hofberichtserstattern) auf mindestens 4 Kanälen gleichzeitig übertragen wurde, darunter mindestens 2 öffentlich rechtliche (ARD und ZDF). Muss das sein?

Und ein noch größerer Skandal: ab 22:00 wurden dann noch Werbeeinblendungen von der Firma Microsoft im Fernsehen minutenlang übertragen, angeblich weil man einige Statistiken zeigen wollte!
Werbeeinblendungen sind zu dieser Zeit (ab 20:00 Uhr) im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verboten. Allerdings werden Sponsoreinblendungen akzeptiert (eine Hintertür, die sich leicht zum Haupteingang umbauen lässt). Allerdings müssen auch Sendebeitrag und Sponsorbeitrag deutlich getrennt werden und unterscheidbar sein und das war hier garantiert nicht mehr der Fall: War die Umfrage gar von Microsoft in Auftrag gegeben? Oder war das nur die Software?
In vorigen Wahlen war dieses geschickte Product Placement ebenfalls schon Anlass zur Verwunderung. Kurz: Nicht nur Namen oder Kanzler sind Schall und Rauch, sondern wohl auch die deutschen Gesetze!!


Bis demnächst.

2005-09-01

Start

So, endlich auch ich.
Bloggen ist ja gerade hip. Wenn doch nur die lästige Pflege nicht wäre. Meine allererste Website Anfang der 90er wurde nach einem Jahr sträflich vernachlässigt (allerdings muss ich mir zugute halten, dass ich dort niemals das widerliche Baustellenlogo oder "hier entsteht eine Webpräsenz" auf die Seiten gesetzt hatte). Mal sehen, wie es sich mit dem Blog entwickelt...

Die Bloggerei reiht sich ja in eine Schlange von demokratieschaffenden Ideen , angefangen mit dem Internet über Newsgroups bis zu Wikipedia und publishing on demand ein. Soweit die Theorie.
Die schmutzige Realität kann aber auch daraus das genaue Gegenteil produzieren: eine Technologie, die demokratieschaffend erscheint, kann auch zur Alibi-Institution für demokratiefeindliche Herrschersysteme werden. Das Urteil wird man vielleicht in einigen Jahren fällen...

So wurden dem Internet ja auch weitgehend seine Zähne durch die Kommerzialisierung gezogen.

Das zu den Blogs im allgemeinen.

Was macht das Universum so oder besser: wie kommt das Universum bei mir an:
  • die Amerikaner hat es erwischt: wieder einmal müssen die Armen für die Ignoranten die Lektionen lernen. Katrina als ein Schnäutzer von Gaia.
  • die Iraker hat es erwischt: wie kann man in diesen (Pilger-)Massen leben? (Vor 20 Jahren hatte ich mal ein gutes Buch darüber gelesen: "Aufstand der Massen", Ortega y Gasset)

Beide Katastrophen kommen fast zeitgleich daher und müssen daher verglichen werden:
Mit 25 Mrd. US$ soll der (Sach-)Schadensrekord mal wieder von den Amerikanern gehalten werden (wäre ja noch schöner...) gegenüber etwa 10 Mrd. US$ beim Tsunami.
Bei den Toten scheint auch die Zuhilfenahme von hochgespülten Altleichen aus den aufgeweichten New Orleans Friedhöfen nichts daran zu ändern, dass hier die Tsunamikatastrophe den Rekord locker verteidigen kann.

Ansonsten das Übliche in Good Old Germany:
Wiederholt auffällig gewordene gewaltbereite Straftäter werden zum x-ten Male auf freien Fuss gesetzt bis der finale Mord begangen ist.

So gleicht sich die Rechtsprechung bei den Gewaltdelikten der Rechtssprechung bei den Finanz/Korruptionsdelikten an.

Herr Pfahls soll ja auch schon wieder die Freheit geniessen können, weil "er schon die Hälfte der Strafe abgesessen hat". Man wundert sich...
In exponierter Stellung scheint sich das wirklich zu rechnen: 2 Mio für 2 Jahre...
Da wird man in Zukunft öfter solche Sachen sehen (na vielleicht nicht sehen, aber passieren werden sie öfter).

Ach ja und der Spritpreis steigt und das Rauchen wird teurer. Fällt zwar nicht so ins Gewicht, aber für den Mob ist das eben der Indikator seiner Freiheit.

Die Vogelgrippe hat Finnland erreicht und die Impfstoffe reichen nur für die Reichen und Mächtigen, welch Wunder...

Bis demnächst.